Anselm Grün sagte einmal sehr treffend, wenn Gott unsere Seele heilt, dass dann aus dem geheilten Menschen Ströme des lebendigen Wassers hervorquellen, für das Gegenüber, das DU. Dies beinhaltet dann eine Sinnhaftigkeit des DA-Seins, eine Auf-GABE.
Heilung kann geschehen in, aus und durch die Gnade Gottes und der damit verbundenen Aufarbeitung der eigenen Lebensgeschichte, der emotionalen Erkenntnis und Gewissheit meines Opfer- und Täterseins, das gerade zu Gefangensein innerhalb der eigenen Verhaltensformen, die sich immer wieder in Konflikte mit dem eigenen Ich und dem entsprechenden umgebenden Beziehungsgeflechte äußern.
Dieses Lebenwollen und dennoch nicht können, die Machtlosigkeit und Einsicht, letztendlich die Ursünde, jegliche Form von lieblosen Verhalten an meinem ICH und der Umwelt, drücken die Seele an den Boden und berauben ihr die Freiheit am Leben. Dies bedeutet Blindsein, gefangen in der eigenen Dunkelheit und in der Gewissheit, dass ich mich nicht selber sehend machen kann.
Ziel ist, diesen unbewussten inneren Zustand in das verstehende Bewusstwerden hinein zu heben, indem sehende Fragen in die Dunkelheit von der Lebensgeschichte des verletzten Gegenübers hinab getaucht werden, um Antworten zu suchen und zu finden. Das ist der erste Schritt auf dem Weg des Heilwerdens.
Der Indikator und Auslöser für diesen Vorgang des Feuerschalengespräches ist immer das Verhalten des Gegenübers, in welchem sich durch Abweichungen, innere Abläufe, Muster des Verbergens und Verdrängens sichtbar machen.
Das Wahrnehmen, das Bewusstwerden und das gemeinsame Verstehen von Zusammenhängen, von Ursachen (Opferwunde der Lieblosigkeit) und Symptomen (Täterschaft der Lieblosigkeit) und der dann GOTT dargebrachten Bitte um Heilung der Opferwunde und Bitte um Vergebung des Täterseins in diesen Bereichen der Seele, richtet den Menschen allein durch die Gnade Gottes, die in Jesus Christus Mensch geworden ist, wieder auf aus der Position des Niedergedrücktwerdens.
Das Vertrauen des Menschen, welcher jetzt durch die erfahrene Heilung weiß, dass dieser liebende GOTT wahrlich da ist und dem Menschen Rettung geschenkt hat, ER-löst ihn heraus von den Erwartungen, Ansprüchen und Meinungsbildern seines weltlichen Beziehungsgeflechtes. Die Frage, wer bin ich, wird abgelöst durch die Antwort: das bin ich, ein geliebtes Kind GOTTes, welches nun die Unabhängigkeit von den kleinmachenden Erwartungen und Ansprüchen der Menschen um sich herum erlernt.
Das Feuerschalengespräch ist die Folge meines langen eigenen Aufarbeitungsprozesses des Opfer- und Täterseins in komprimierter, intensivierter, begleitender Form.